05.01.2012

Unterstützung durch Minister Grüttner

Kommunales Jobcenter nahm zum Jahresbeginn seine Arbeit auf

KREIS GROSS-GERAU – Die besten Wünsche für einen guten Start! Im Rahmen seiner Besuche bei den neuen hessischen „Optionskommunen“ machte Hessens Sozialminister Stefan Grüttner auch im Kreis Groß-Gerau Station: Dort ist das „Kommunale Jobcenter Kreis Groß-Gerau (AöR)“ seit dem 1. Januar für die Betreuung der langzeitarbeitslosen Menschen und ihren Familien zuständig.  Landrat Thomas Will, Sozialdezernent Walter Astheimer und Jobcenter-Vorstand Robert Hoffmann begrüßten den Gast aus Wiesbaden im Groß-Gerauer Landratsamt.

Minister Grüttner dankte den Verantwortlichen in Groß-Gerau für die um- fangreichen Arbeiten, die dem Start der neuen Anstalt des öffentlichen Rechts voraus gegangen waren: „Sie haben schon viel geleistet!“ Die neue Organisationsform gebe dem Kreis nun die Möglichkeit, unabhängig von Erlassen der Bundesagentur für Arbeit tätig zu werden. Das Land werde mit jeder einzelnen Optionskommune, so auch mit dem Kreis Groß-Gerau, indi- viduelle Zielvereinbarungen abschließen, bei denen insbesondere die Gruppe der Alleinerziehenden eine zentrale Rolle spiele und ein besonderer Schwerpunkt auf Qualifizierungsangebote gelegt werden solle. Bei allen fachlichen Fragen bot er die Unterstützung des Landes an: „Ich lade Sie herzlich, unsere Angebote zur Kooperation und zum Erfahrungsaustausch rege zu nutzen!“

Landrat und Erster Kreisbeigeordneter gehen die neue Aufgabe des Kreises außerordentlich optimistisch an: „Wir sind gut vorbereitet, bieten in unseren vier Servicebüros leicht erreichbare Beratungsstellen für die Kundinnen und Kunden und können mit dem AVM und anderen Organisationen auf erfahrene und motivierte Partner bauen“, betonte Walter Astheimer. Thomas Will sieht den Vorteil der neuen Organisationsform insbesondere in einer besse- ren Vernetzung, der Beschleunigung von Entscheidungsprozessen und in einer größeren Nähe zu den örtlichen Gegebenheiten: „Wir werden die Chancen, die sich für uns aus der Option ergeben, entschlossen nutzen!“ Und dabei gehe es sowohl um die betroffenen Menschen als auch um eine wirksame Entlastung bei den Sozialausgaben durch erfolgreiche Vermittlungen in Arbeit.  

Das neue Kommunale Jobcenter wird mit seinen vier Servicebüros in Rüs- selsheim, Walldorf, Groß-Gerau und Biebesheim für rund 18.500 Personen zuständig sein, wie Robert Hoffmann, Fachbereichsleiter Beschäftigungsför- derung der Kreisverwaltung und unmittelbar nach dem Gespräch mit dem Minister vom Verwaltungsrat des Kommunalen Jobcenters zu dessen Vorstand bestellt, erläuterte. Damit erhalten 7,3 Prozent der Kreisbevölkerung sogenannte „Hartz IV“-Leistungen, darunter alleine rund 1.600 Alleinerzie- hende. Für Arbeitslosengeld II und Sozialgeld sind für 2012 Ausgaben von rund 36,4 Millionen Euro geplant, 40,8 Millionen Euro werden für die Erstat- tung der Kosten der Unterkunft benötigt, 15,6 Millionen Euro für die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung. Für das Bildungs- und Teilhabepaket stehen 1,8 Millionen, für sonstige Leistungen knapp 2 Millionen und für die Finanzierung von Eingliederungsmaßnahmen 10 Millionen Euro zur Verfügung. Im „Kommunalen Jobcenter Kreis Groß-Gerau (AöR)“ sind insgesamt 230 Beschäftigte tätig.