08.12.2011

Soziale Grundsicherung in eigener Regie

Kommunales Jobcenter geht am 1. Januar gut vorbereitet an den Start

KREIS GROSS-GERAU – „Wir sind gut vorbereitet, mit unseren vier Servicebüros im Kreis bestens aufgestellt und haben hervorragende und motivierte Partner: Der Kreis Groß-Gerau wird die Chancen, die sich für uns ab dem 1. Januar als Optionskommune bieten, entschlossen nutzen!“: Landrat Thomas Will und Sozialdezernent Walter Astheimer sehen dem Jahresbeginn 2012 optimistisch entgegen. Ab dann wird der Kreis, wie seit langem gefordert, in eigener Verantwortung für die soziale Grundsicherung zuständig sein.

Dem Übergang von der gemeinsamen Betreuung von langzeitarbeitslosen Menschen mit der Bundesagentur für Arbeit hin zur eigenständigen Wahr- nehmung dieser Aufgabe in Form einer „Anstalt öffentlichen Rechts“ (AöR) als „Kommunales Jobcenter Kreis Groß-Gerau“ gingen umfangreiche Vorarbeiten voraus, berichtete der Erste Kreisbeigeordnete. In einer Projektgruppe aus Mitarbeitern der Kreisverwaltung und des bisherigen Jobcenters wurde die Umstellung vorbereitet, Kommunikationskonzepte erarbeitet und das notwendige IT-Netzwerk aufgebaut. All dies im Übrigen in enger Abstimmung mit der Arbeitsagentur Darmstadt, betont Walter Astheimer: „Wir haben sieben Jahre lang sehr gut kooperiert und werden auch weiter eng zusammenarbeiten!“ Auch alle Partner der bisherigen „ARGE“ waren in die Vorarbeiten eingebunden.

Den Vorteil der neuen Organisationsform sieht der Landrat insbesondere in der größeren Nähe zu den betroffenen Menschen, in einer Beschleunigung von Entscheidungsprozessen und in einer Vermittlung und Integration in den Arbeitsmarkt, die unter anderem auf eine intensive Betreuung auch nach der Arbeitsaufnahme und damit auf Nachhaltigkeit setzt. „Wir werden die neuen Chancen, die sich für uns mit der Option ergeben, entschlossen nutzen: Im Interesse der betroffenen Menschen, aber auch weil uns jede erfolgreiche Vermittlung in Arbeit zugleich bei den Sozialausgaben entlas- tet“, betonte Thomas Will.

Im Kommunalen Jobcenter werden ab dem 1. Januar rund 230 Mitarbeite- rinnen und Mitarbeiter in vier Servicebüros in Rüsselsheim, Walldorf, Groß- Gerau und Biebesheim sowie in der Zentrale im Groß-Gerauer Landratsamt beschäftigt sein. Außer mit den öffentlichen Trägern AVM und Kreisvolks- hochschule will die neue Einrichtung bei der Umsetzung ihrer Aufgaben auch weiterhin mit bewährten Partnern wie Wohlfahrtsverbänden sowie anderen Bildungs- und Beschäftigungsträgern zusammenarbeiten.

Unter dem Motto „Aktivieren – Qualifizieren – Vermitteln“ erhalten die Be- zieher von Arbeitslosengeld II nach dem Abschluss einer Eingliederungsver- einbarung mit Festschreibung der Pflichten umfassende Unterstützung bei Bewerbung, Jobsuche und Vorstellung. Für Personen, die noch nicht allzu lange arbeitslos sind, stehen in den sogenannten „Jobtreffs“ PC- Arbeitsplätze mit Recherchemöglichkeiten, Zeitungen und andere Medien zur Verfügung. Neben der Betreuung bei Arbeitsplatzrecherchen und Be- werbungen werden auch spezielle Trainingsmaßnahmen angeboten. An Menschen, die voraussichtlich längere Zeit arbeitslos sein werden, richten sich die sogenannten „AQtiV-Center“. Um diese Personengruppe wieder an den Arbeitsmarkt heranzuführen, gibt es hier Angebote zur Eignungs- und Kompetenzfeststellung, Praktika in verschiedenen Berufsfeldern, Qualifi- zierungsangebote und auch eine sozialpädagogische Einzelfallbetreuung. Sowohl die Job-Treffs als auch die AQtiV-Center werden an allen vier Standorten angeboten. Existenzgründer und Selbstständige werden  von einem eigenen Serviceteam in Groß-Gerau betreut, für die Anliegen von Arbeitgebern gibt es auch weiterhin einen speziellen Arbeitgeberservice.

Das neue „Kommunale Jobcenter Kreis Groß-Gerau (AöR)“ wird nach ge- genwärtigem Stand für rund 19.000 Personen zuständig sein, die in etwa 8.500 sogenannten „Bedarfsgemeinschaften“ leben. Von diesen  sind 12.700 erwerbsfähig, 3.700 sind auf Arbeitslosengeld II angewiesen, obwohl sie einer Erwerbstätigkeit nachgehen. 6.000 der Hilfebedürftigen sind unter 15 Jahre alt.

Das Kommunale Jobcenter ist ab dem 1. Januar 2012 unter den folgenden Adressen zu erreichen:        

  • Geschäftsführung und zentrale Verwaltung: Wilhelm-Seipp-Straße 4, 64521 Groß-Gerau, Telefon 06152/989-871, Fax 06152/989-872, vorstand@jc-gg.de, www.jobcenter-gg.de       
  • Servicebüro Rüsselsheim: Eisenstraße 40, 65428 Rüsselsheim, Telefon 06142/177660, Fax 06142/17766555 (zuständig für Bischofsheim, Gins- heim-Gustavsburg, Raunheim, Kelsterbach und Rüsselsheim)        
  • Servicebüro Walldorf: Farmstraße 17, 64546 Mörfelden-Walldorf, Telefon 06105/96840, Fax 06105/968455 (zuständig für Mörfelden-Walldorf)    
  • Servicebüro Groß-Gerau: Oppenheimer Straße 4, 64521 Groß-Grerau, Telefon 06152/931021, Fax 06152/931055 (zuständig für Nauheim, Trebur, Büttelborn und Groß-Gerau)
  • Servicebüro Biebesheim: Brunnenweg 1, 64584 Biebesheim, Telefon 06258/83360, Fax 06258/833655 (zuständig für Gernsheim, Biebesheim, Stockstadt und Riedstadt) ·       
  • Team Existenzgründer/Selbstständige: Brunecker Straße 2a, 64521 Groß- Gerau
  • Arbeitgeberservice: Telefon 06142/17766-133. Die Servicebüros sind in der Regel von Montag bis Freitag von 8 Uhr bis 12 Uhr sowie Mittwochnachmittag von 14 Uhr bis 18 Uhr geöffnet.