30.04.2018

Schwierige Situationen meistern

Denkanstöße zur Arbeitsvermittlung junger Menschen

KREIS GROSS-GERAU – „Wie finde ich im Beratungsgespräch Zugang zu jungen Menschen, die sich einer Zusammenarbeit bei der Suche nach einem Ausbildungs- oder Arbeitsplatz gänzlich verschließen? Und wie gehe ich mit jungen Erwachsenen um, die sozial auffällig oder gar kriminell gefährdet sind?" Mit diesen und ähnlichen Fragen werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Kommunalen Jobcenters Kreis Groß-Gerau konfrontiert, die die Zielgruppe der unter 25-jährigen betreuen. Die Integrationsfachkräfte erleben in ihrem Berufsalltag häufiger Situationen, die die Frage aufwerfen: „Was geht vor in diesem Kopf?" Durch die Verhaltensweisen mancher Jugendlicher ist die Arbeitsvermittlung nicht immer einfach.

Um solche Fragen zu klären und besser auf die Jugendlichen eingehen zu können, bot das Kommunale Jobcenter Kreis Groß-Gerau seinen Mitarbeitenden einen Workshop an. Der Sozialtrainer und Fachanwalt für Strafrecht, Dr. Christoph Schallert, gab zu dem Thema die wichtigsten Erkenntnisse aus der Hirn- und Sozialforschung weiter. Dr. Schallert, der als Dozent an der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz arbeitet und bereits zahlreiche Trainings mit Jugendlichen absolviert hat, weiß wovon er redet: „Auf die sozialen Grundbedürfnisse der Jugendlichen richtig zu reagieren und zu wissen, wie sie ticken, hilft einem, auch in angespannten Situationen richtig zu agieren."

Die Workshop-Teilnehmer haben wertvolle Einblicke in die Denkweise der Jugendlichen und jungen Erwachsenen erhalten und erarbeiteten Strategien, die sie nun in ihrer Beratungspraxis gezielt anwenden können.

Der Vorstand des Kommunalen Jobcenters, Robert Hoffmann, unterstreicht die Wichtigkeit des Workshops: „Die Aufgabe, junge Menschen in Ausbildung oder Arbeit zu bringen, schließt selbstverständlich auch jene Kundinnen und Kunden ein, die Schwierigkeiten haben, sich angemessen zu verhalten. Ihre Denkweise zu verstehen und sie zu unterstützen, ein ökonomisch selbstständiges Leben in sozialer Verantwortung zu führen, stellt eine Herausforderung dar. Wir wollen unseren Auftrag bestmöglich – und das heißt qualifiziert – erfüllen."