21.06.2012

Jobcenter übernimmt AVM-Anteile

Gesellschafterversammlung im Gewerbepark Groß-Gerau

Als Aufsichtsratsmitglieder tragen sie die Verantwortung für den AVM: Unser Bild zeigt (v.l.n.r.) Lutz Bauer (Kreis Groß-Gerau), Riedwerke-Direktor Hans-Joachim Oschinski, stellv. Vorsitzender Jo Dreiseitel (Stadt Rüsselsheim), Günter Schork (Kreis Groß-Gerau), Erster Kreisbeigeordneter Walter Astheimer (Kreis Groß- Gerau, Kreisbeigeordneter Gerald Kummer (Kreis Groß-Gerau), Landrat und Vor- sitzender Thomas Will, Norbert Metz (Stadt Rüsselsheim) und Günther Buhl (Kreis Groß-Gerau).

KREIS GROSS-GERAU – Zu einer gemeinsamen Sitzung trafen sich Aufsichtsrat und Gesellschafterversammlung des AVM, der vom Kreis Groß-Gerau, der Stadt Rüsselsheim und den Riedwerken betriebene Gesellschaft zu Förderung der be- ruflichen Bildung am Montag im Gewerbepark in Groß-Gerau. Der AVM unterhält dort seit einigen Wochen neue Geschäftsräume, die von den Gesellschaftern im Anschluss an die Sitzung  in Augenschein genommen wurden.

Auf der Tagesordnung stand zunächst die Aufnahme des Jobcenters (AöR) als neuer AVM-Gesellschafter. Die von Robert Hoffmann geleitete Anstalt übernimmt vom Kreis 2 % der Geschäftsanteile und ist damit fortan auch eingebunden in die Geschäftspolitik des AVM. Mit 56 Prozent bleiben die Riedwerke weiterhin Haupt- eigner des Verbundes und tragen, vertreten durch Landrat Thomas Will bzw. Riedwerke-Direktor Hans-Joachim Oschinski, die Verantwortung für die Geschicke des von Rainer Lenhard geleiteten gemeinnützigen Unternehmens.

Neben der Aufnahme des neuen Gesellschafters hatten die AVM-Eigner auch über den Jahresbericht 2011 zu beraten. Dieser vermeldet, dank der Zuschüsse der seitherigen Gesellschafter, zum 1. Januar eine „schwarze Null“ – sodass der Verbund das laufende Jahr ohne finanzielle Altlasten bewältigen kann.

Geschäftsführer Reiner Lenhard berichtete von den Schwierigkeiten, vor die sich der AVM vor allem wegen des Wegbrechens gewichtiger Aufträge durch die Bun- desagentur und der Streichung von Landeszuschüssen gestellt sah und weiterhin sieht.

Von der allgemeinen Entspannung auf dem Arbeitsmarkt im letzten Jahr habe die Haupt-Zielgruppe des AVM, Langzeitarbeitslose sowie benachteiligte Jugendliche, längst nicht im gewünschten Maße profitieren können. Gerade Jugendliche ohne Schulabschluss und mit Bildungsproblemen täten sich noch immer sehr schwer, ohne zusätzliche Hilfe Ausbildungsplätze und Beschäftigungsstellen zu finden. Mit seinen Vorbereitungs- und Qualifizierungskursen, die längst nicht mehr nur den metallverarbeitenden bzw. gewerblichen Bereich betreffen, habe der AVM hier zahlreichen jungen Menschen Hilfs- und Auswege aufzeigen können. Auch das Restaurant „Ratsstube“ in Bischofsheim entwickele sich immer mehr zu einer gu- ten Adresse in Sachen Ausbildung.

Die Eigentümer des AVM vernahmen’s mit Freude, und Landrat Will sicherte zu, den AVM auch in Zukunft nicht im Regen stehen zu lassen. Und mit dem Jobcen- ter haben man nun einen neuen Partner im Boot, der nicht nur das gleiche Ziel verfolge, nämlich junge Menschen in Lohn und Brot zu bringen, sondern der für diese Aufgabe auch hervorragend aufgestellt ist. Der AVM betreibt im Auftrag des Jobcenters AQTIV-Center und Job-Treffs an verschiedenen Standorten im Kreis.