05.02.2014

Initiative für Mensch und Umwelt

Jobcenter und Caritas bilden Energiesparlotsen aus

Erster Kreisbeigeordneter Walter Astheimer (Mitte), Caritas-Direktor Bernd Bleines (r.) und Jobcenter Vorstand Robert Hoffmann (l.) stellten gemeinsam das neue Qualifizierungsprojekt vor.

KREIS GROSS-GERAU – Das Kommunale Jobcenter Groß-Gerau geht gemeinsam mit der CariJob gGmbH, einer Tochter des Caritasverbands Offenbach, neue Wege beim Energiesparen: Bezieher von Arbeitslosengeld II werden im Rahmen eines Qualifizierungs- und Beschäftigungsprojektes zu „Energiesparlotsen“ ausgebildet.

Ihre Aufgabe ist es dann, sowohl Mieter im SGBII–Bezug als auch gemeinnützige Einrichtungen vor Ort kostenlos über Energiesparmöglichkeiten zu beraten. Eine Initiative, die für den Ersten Kreisbeigeordneten Walter Astheimer gleich zwei zentrale politische Zielsetzungen des Kreises umsetzt: „Wir qualifizieren langzeitarbeitslose Menschen in einem zukunftsträchtigen Berufsfeld. Und wir leisten einen weiteren Beitrag zum Energiesparen – unserer wichtigsten Ressource beim Klimaschutz!“

Im Rahmen des „Carijob-Energiespar-Checks“, so der offizielle Titel der Kooperation, erhalten acht Teilnehmende im Verlauf von zwölf Monaten eine umfassende Schulung zur Einsparung von Strom, Heizung und Wasser im privaten Haushalt sowie zu Energiesparpotentialen durch Isolierung und Dämmung von (Wohn)häusern. Darüber hinaus gibt es Informationen zu Fördermöglichkeiten und eine Einweisung in Gesprächstechniken.

Nach einer Einarbeitungszeit können die „Energiesparlotsen“ dann Energieberatungen in den Haushalten vornehmen - für Mieter im SGBII-Bezug ebenso kostenlos wie für Bezieher von Wohngeld oder Kinderzuschlag, für Geringverdiener und für gemeinnützige Einrichtungen. Dabei wird der Verbrauch von Heizenergie, Strom und Wasser detailliert aufgenommen. Im Anschluss an die Beratung wird der Energie- und Wasserverbrauch einer Ist/Soll Bewertung unterzogen und mit einem schriftlichen Auswertungsbericht (Einsparcheck) abgeschlossen. Im Beratungsbericht werden dann alle Einsparmöglichkeiten (z.B. die Nutzung von Energiesparlampen, schaltbare Steckdosenleisten, wassersparende Armaturen oder ein WC- Stoppgewicht) individuell und detailliert ausgewiesen und auf ihre Amortisation hin überprüft. Den teilnehmenden SGB II-Haushalten wird bei Bedarf ein „Starterpaket“ mit den nötigen Materialien kostenfrei zur Verfügung gestellt.

„Damit“, so Walter Astheimer, „können die Haushalte ihre eigenen Nebenkosten auf Dauer wirksam senken.“ Aber auch das Jobcenter verspricht sich als Ergebnis des Projekts eine spürbare Ersparnis durch die Reduzierung der zu erstattenden Unterkunftskosten. Caritas- Direktor Bernd Bleines verweist darauf, dass in Frankfurt und Offenbach, wo man bereits Erfahrungen mit dem Energiespar-Ceck gemacht hat, die jährlichen Einsparungen bei rund 140 Euro pro Haushalt liegen. Dem stehen notwendige Investitionen in Höhe von lediglich rund 50 Euro gegenüber. Für Bleines steht neben der materiellen Einsparung aber auch die Sensibilisierung der teilnehmenden Haushalte im Mittelpunkt: „Vielen Menschen wird durch das Beratungsangebot überhaupt erst einmal  bewusst, dass es sich lohnt, sparsam mit Wasser und Energie umzugehen!“ Die Berater weisen deshalb bei ihren Vor-Ort-Terminen auch ganz ausdrücklich auf weitere Einsparmöglichkeiten, etwa durch eine bessere Wärmedämmung oder durch eine Isolierverglasung, hin.

Nähere Informationen gibt es bei: Caritaszentrum St. Georg, Freiligrathstraße 10, 65428 Rüsselsheim; Tel. 06142-330900, stromsparcheck@carijob.de. Hier können auch Beratungstermine vereinbart werden. Das Projekt wird vom Kreis Groß-Gerau und vom Kommunalen Jobcenter aus dem Arbeitsmarktbudget des Landes Hessen und dem Eingliederungstitel des Bundes gefördert. Die CariJob gGmbH erhält zudem Fördermittel des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit.