02.05.2012

Entscheidung für „Option“ war richtig

Kommunales Jobcenter trotz Standortsuche gut gestartet

Erster Kreisbeigeordneter Walter Astheimer, Jobcenter-Vorstand Robert Hoffmann und Harald Krebühl, Facility-Manager beim MMC Import-Center Trebur (v.l.), unterzeichneten den Mietvertrag für den neuen Jobcenter-Standort.

KREIS GROSS-GERAU – Ein nicht ganz freiwilliger Umzug: Ab dem 1. Juni wird das Servicebüro Groß-Gerau des Kommunalen Jobcenters Kreis Groß-Gerau bis vorerst Ende nächsten Jahres im Treburer Ortsteil Geinsheim untergebracht sein. In der Hessenauer Straße 2 werden die Kundinnen und Kunden dann alle gewohnten Serviceleistungen in Anspruch nehmen können.

Völlig unerwartet, so Jobcenter-Vorstand Robert Hoffmann, habe die Agentur für Arbeit Ende Februar den Mietvertrag für die bisherigen Räumlichkeiten in der Oppenheimer Straße in Groß-Gerau zum 31. Mai gekündigt. Keine leichte Aufgabe für den Vorstand und seine Mitarbeiter, in so kurzer Zeit angemessenen Ersatz zu finden: „Ich danke allen Beteiligten, dass wir nun so schnell eine akzeptable Lösung gefunden haben“, betonte Erster Kreisbeigeordneter Walter Astheimer, der Vorsitzende des Jobcenter-Verwaltungsrats. Im Groß-Gerauer Landratsamt wurde jetzt ein entsprechender Mietvertrag mit dem MMC Import-Center Trebur vereinbart. Am neuen Standort werden auf rund 1.800 Quadratmetern Nutzfläche Büros, Beratungsräume und ein Empfangsbereich für rund 50 Beschäftigte zur Verfügung stehen. Der Jobcenter-Standort Geinsheim ist von Groß-Gerau aus mit der Buslinie 22 erreichbar.

Für Walter Astheimer ist der unerwartete Standortwechsel allerdings nur ein kleiner Wermutstropfen in einer ansonsten ausgesprochen positiven Bilanz nach vier Monaten sozialer Grundsicherung in kommunaler Verantwortung: „Wir können schon jetzt sagen, dass unsere Entscheidung für die sogenannte Option richtig war und sich weiter bewähren wird!“ Voraussetzung dafür sei vor allem die gute Vorarbeit der Projektgruppe gewesen, die den Übergang aus der gemeinsamen Einrichtung mit der Arbeitsagentur („ARGE“) hervorragend vorbereitet habe: „Negative Prophezeiungen sind nicht eingetroffen, wir haben die Kritiker eines Besseren belehrt und unter Beweis gestellt, dass der Kreis einen solchen Übergang stemmen kann.“ Noch viel wichtiger aber sei gewesen, dass der Start des Kommunalen Jobcenters für die Hilfeempfänger reibungslos verlaufen sei.

Nur Dank der neuen Organisationsform, so Walter Astheimer, habe man sicher- stellen können, dass die vier Standorte in Groß-Gerau, Rüsselsheim, Mörfelden- Walldorf und Biebesheim hätten erhalten werden können: „Schon jetzt ist klar, Service und Bürgerorientierung stehen weit mehr im Vordergrund als bisher.“ So seien die Wartezeiten geringer und die telefonische Erreichbarkeit verbessert worden. Auf dem bisher Erreichten wolle man sich aber nicht ausruhen: „Wir wollen uns weiter verbessern – im Interesse aller Hilfeempfänger!“ Das gelte auch für die Vermittlungsarbeit, bei der seit Anfang des Jahres wichtige neue Akzente gesetzt worden seien. Astheimer erwähnte hier die Konzentration auf Zielgruppen wie Alleinerziehende, Jugendliche und Menschen über 50. Die Kooperation mit dem Bildungsträger AVM sei vielversprechend angelaufen, und von einer „Jugendkonferenz“ Ende Mai verspricht man sich weitere wichtige Impulse. „Dies alles entsprechend der Maxime, dass wir im Kommunalen Jobcenter nicht für die Statistik, sondern für die Menschen arbeiten“, betonte der Erste Kreisbeigeordnete abschließend. Und vergaß dabei auch nicht, die Arbeit der Beschäftigten gebührend zu würdigen: „Dass unser Start so gut gelungen ist, haben wir in erster Linie den engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu verdanken!“

Über den neuen Standort des Jobcenters Groß-Gerau werden die rund 3.500 von dort betreuten Hilfeempfänger in den nächsten Tagen persönlich informiert. „Wir werden sicherstellen, dass die Vorteile der neuen Organisationsform auch am neuen Standort sichtbar bleiben“, bekräftigte Vorstand Robert Hoffmann. Der neue Standort sei selbstverständlich keine Dauerlösung: „Die Einrichtung gehört in die Kreisstadt und wird nach Groß-Gerau zurückkommen, sobald hier geeignete Räume zur Verfügung stehen!“