31.07.2014

Arbeitskräfteengpässe frühzeitig erkannt

Jobcenter erarbeitet Strategie zur Arbeitskräftesicherung

Erster Kreisbeigeordneter Walter Astheimer, Jobcenter-Vorstand Robert Hoffmann und Elke Rothenheber (Kommunales Jobcenter) (v.r.) begrüßten die Akteure des „regio-pro“-Workshops, der zusammen mit den Referentinnen Claudia Knobel (hinten, 5.v.r.) und Lora Demireva (3.v.l.) von IWAK durchgeführt wurde.

KREIS-GROSS-GERAU - Welche Arbeitskräfte werden in Zukunft im Kreis Groß-Gerau besonders gefragt sein? Auf diese Frage gibt es jetzt eine wissenschaftliche fundierte Antwort. Begleitet und moderiert durch das Institut für Wirtschaft, Arbeit und Kultur; Zentrum der Goetheuniversität Frankfurt am Main (IWAK) wurde auf Basis von Beschäftigungsprognosen im Rahmen des Projektes „regio pro“ ein für den Kreis Groß-Gerau abgestimmtes Handlungskonzept zur zukünftigen Arbeitskräftesicherung erarbeitet.  

Das auf die kommunale Situation abgestimmte Arbeitsmarktstrategiekonzept wurde in drei  Workshops entwickelt. Auf Einladung des Ersten Kreisbeigeordneten Walter Astheimer und organisiert durch das Kommunale Jobcenter waren daran unter anderem Vertreterinnen und Vertreter der Städte und Gemeinden, der Bundesagentur für Arbeit, der Wirtschaftsförderung und des Kommunalen Jobcenters beteiligt. Das IWAK hat im Rahmen des Projektes „regio pro“, das aus Mitteln des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung und des Europäischen Sozialfonds gefördert wird, Prognosen für die wichtigsten Berufe für jeden Kreis und jede kreisfreie Stadt in Hessen bis zum Jahr 2018 erstellt.  

Ziel des Projektes war es, eine passgenaue Arbeitskräftesicherungsstrategie sowie ein  Konzept zu erarbeiten, womit  zukünftig sowohl Engpässe als auch Überschüsse bei Fachkräften in der Region vermieden werden können.

  Grundlage der Zusammenarbeit bildeten die Beschäftigungs- und Berufsprognosen für den Kreis Groß-Gerau des IWAK, die Ergebnisse des Arbeitsmarktmonitors der Bundesagentur für Arbeit und die integrierte Ausbildungsberichterstattung. Unterstützung bei der Durchführung der Workshops, erhielt das Jobcenter unter anderem von den Referentinnen des IWAK und der Bundesagentur für Arbeit .  

Auf Basis der Prognosen wurden im ersten Workshop die wichtigsten beruflichen Handlungsfelder für den Kreis identifiziert und erste Ideen zur Umsetzung gesammelt. Ein zukünftiger Fachkräfteengpass trat vor allem in der Logistikbranche sowie im Bereich der Alten-, Pfleger/innen und Erzieher/innen zutage.  

Im zweiten Workshop haben die Beteiligten für die geplanten Maßnahmen konkrete Implementierungspläne entwickelt, welche heute schon Anwendung finden. Das Ziel, eine Strategie zur Arbeitskräftesicherung zu entwickeln, wurde im dritten Workshop in Form von mehreren Maßnahmen erreicht: der spezifische Weiteraufbau der IHK-Zukunftswerkstätte für Logistikberufe und Logistikunternehmen ist nur eine von diesen, wobei gezielt Unternehmen der Logistikbranche als Akteure in der Zukunftswerkstatt geplant sind. Auch im Berufsfeld der Altenpfleger/innen und Erzieher/innen sehen die teilnehmenden Akteure hohen Bedarf für die Region. Hier werden Qualifizierungsangebote und die Bedarfe der Einrichtungen und potentiellen Arbeitskräften durch Befragungen gesammelt, um ein genaueres Profil der angebotenen Qualifizierungs- und Arbeitsplätze zu erstellen.  

Erster Kreisbeigeordneter Walter Astheimer, zugleich auch Vorsitzender des Jobcenter-Verwaltungsrats, sieht in der Sicherung des aktuellen und zukünftigen Fachkräftebedarfs eine der großen beschäftigungspolitischen Herausforderungen unserer Zeit: „ Unser wirtschaftlicher Erfolg beruht in erster Linie auf gut ausgebildeten Fachkräften. Und damit wollen wir auch weiterhin punkten können!“  

Im Herbst 2014 wird eine erste Erfolgskontrolle zeigen, ob die mithilfe von „regioPro“, entwickelten Maßnahmen die gewünschten Ergebnisse bringen. Alle arbeitsmarktpolitischen Akteure wollen die Zusammenarbeit fortsetzen und werden im Rahmen einer Arbeitsgruppe unter Federführung des Jobcenters den Erfolg des Strategieprozesses begleiten.  

Weiterführende Informationen: //www.regio-pro.eu/