Kompetenzen entwickeln – Perspektiven eröffnen (2016-2019)

Kompetenzen entwickeln – Perspektiven eröffnen (2016-2019)

Neben den vielfältige Aufgaben im Bereich Arbeitsmarkt und Integration beteiligte sich das Kommunale Jobcenter Kreis Groß-Gerau im Zeitraum vom 01.03.2016 bis 30.06.2019 zusätzlich am hessischen Landesprogramm „Kompetenzen entwickeln – Perspektiven eröffnen“.

Das Landesprogramm war vom Hessischen Ministerium für Soziales und Integration im Jahr 2015 konzipiert worden, um Jobcentern und Trägern der Sozialwirtschaft ein weiteres Förderinstrument in der Arbeit mit erwerbsfähigen Leistungsberechtigten an die Hand zu geben. Die Intention hinter dem Programm lautete, Langzeitleistungsbeziehende optimal zu unterstützen und dabei die Gegebenheiten des regionalen Arbeitsmarktes ausreichend zu berücksichtigen. Langzeitleistungsbeziehende (LZB) sind definiert als erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in den vergangenen 24 Monaten mindestens 21 Monate hilfebedürftig waren.

Diese Personen sind nicht notwendigerweise arbeitslos; häufig werden Einkommen erzielt, welche den Lebensunterhalt jedoch nicht vollständig sichern. Im Fokus des Programms stand die Entwicklung von innovativen wie nachhaltigen Strategien um 132.000 Menschen, die sich im Jahr 2015 im Land Hessen im Langzeitleistungsbezug nach dem SGB II befanden, zu bestärken, Unabhängigkeit von staatlichen Transferleistungen zu erlangen. Die vorhandenen Stärken und Fähigkeiten der Langzeitleistungsbeziehenden sollten als Anknüpfungspunkt für berufsbezogene Qualifizierungen herangezogen und vorhandene Deutschkenntnisse erweitert werden. Eine intensive Beratung und ein begleitendes Coaching sollten Aufnehmen beziehungsweise Ausbauen einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung fördern und mögliche Schwierigkeiten, welche durch die veränderte Situation entstehen, auffangen. Weitere Themen waren der nachträgliche Erwerb von schulischen und beruflichen Abschlüssen sowie  die Klärung von möglichen Bedarfen an kommunalen Eingliederungsleistungen nach § 16 SGB II.

Das Kommunale Jobcenter Kreis Groß-Gerau hat sich nach Auswertung der Zielgruppe der Langzeitleistungsbeziehenden unter den Leistungsberechtigten im Kreis auf die Gruppe der 23-34 jährigen mit Migrationshintergrund aus dem Nordkreis, hauptsächlich aus Rüsselsheim, verständigt. 189 Teilnehmende konnten über einen Zeitraum von etwas über drei Jahren für das Projekt gewonnen werden. Die eingemündeten Langzeitleistungsbeziehenden haben sich alle freiwillig an dem Projekt beteiligt. Trotz personeller Veränderungen konnte das Projekt im Kommunalen Jobcenter Kreis Groß-Gerau von insgesamt drei Integrationscoaches sehr erfolgreich umgesetzt werden. Die enge Zusammenarbeit  und das große Engagement der Coaches und Teilnehmenden ermöglichte letztlich über 38 berufliche Weiterbildungen. Zahlreiche LZB, die sich für eine Weiterbildung entschieden haben, konnten im Anschluss eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung auf dem lokalen Arbeitsmarkt aufnehmen. Ganze 115 sozialversicherungspflichtige Beschäftigungen wurden im Projektzeitraum aufgenommen, wovon manche (zunächst) befristet waren. Besonders erfreulich ist dabei, dass viele alleinerziehende Teilnehmerinnen eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung begonnen haben. Durch die große Anzahl der Vermittlungen wurden verstärkt Kontakte zu Arbeitgebern auf dem regionalen Arbeitsmarkt geknüpft beziehungsweise ausgebaut.

Neben der Suche nach einer Beschäftigung lag ein weiterer Schwerpunkt auf dem Ausbau der Deutschsprachkenntnisse. Die vielen Teilnahmen an Sprachkursen belegen, dass auch in diesem Punkt große Fortschritte erzielt wurden. Das Zusammenspiel aus dem Vertrauensvorschuss des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration, dem geringen Fallschlüssel und die hervorragenden Zusammenarbeit zwischen Teilnehmenden und Integrationscoaches haben dazu geführt, dass das Landesprogramm in unserem Hause erfolgreich umgesetzt werden konnte.

Die Ergebnisse aus dem Projekt haben uns davon überzeugt, dass wir weiter intensiv an und mit dem Thema Qualifizierung arbeiten wollen. Aufgrund dessen haben wir eine Vollzeitstelle im Regelgeschäft geschaffen, die Qualifizierungsberatung für interessierte erwerbsfähige Leistungsbezieher anbietet. 

Für weitere Informationen zur Qualifizierungsberatung wenden Sie sich an Frau Leonhardt, Telefon: 06142/17766-339, E-Mail: ruesselsheim410@jc-gg.de.